Spielbeispiel III

Kartenverteilung

A: Kreuz-Bube, Karo-Bube; Kreuz-König, Dame, Neun, Acht; Herz-Dame; Karo-Neun, Acht, Sieben.
B: Pik-Zehn, König, Dame, Neun, Acht; Herz-As, Zehn; Karo-As, Zehn, Dame.
C: Pik-Bube, Herz-Bube; Kreuz-As, Zehn, Sieben; Pik-As, Sieben; Herz-König, Acht, Sieben.
Skat: Herz-Neun; Karo-König.

B beabsichtigt, Pik ohne Fünfen zu spielen, er hat eine sehr gute Beikarte und kann bis 66 reizen. A hat zwar ein Kreuzspiel mit sechs Trümpfen, paßt aber bei 18, da er keine gute Beikarte hat. C, der nun B reizen muß, hat ein Herzspiel ohne Einen und reizt bis 20. Da B diese 20 hält, paßt auch C. B bekommt das Spiel auf 20, nimmt den Skat auf und findet Herz-Neun und Karo-König. Bei dem von B beabsichtigten Spiel ohne Fünfen sind die im Skat gefundenen Karten günstig. Hätte B zum Beispiel Kreuz-Bube oder Pik-Bube gefunden, würde sein Spiel nur noch mit Einem oder ohne Einen, Spiel 2*11 = 22 wert sein. In unserem Beispiel hätte das auf den Spielverlauf keinen Einfluß, da B nur bis 20 gereizt wurde. Hätte er höher reizen müssen, zum Beispiel bis 44, so hätte er sich überreizt und das Spiel verloren. Sie sehen, es ist riskant, ein Spiel ohne mehrere Spitzen auszureizen, weil man immer damit rechnen muß, im Skat einen Buben zu finden, der dann als Spitze berechnet werden muß, wodurch der Spielwert geringer wird. Aber bleiben wir bei unserem Spiel. B findet Herz-Neun und Karo-König. Er drückt Karo-As (11 Augen), da er die Karo-Farbe geschlossen hat, und Herz-Neun, weil Herz-As und Herz-Zehn noch zwei Stiche machen sollen. Obwohl B keinen Buben hat, rechnet er sich mit seinen fünf Karten der Farbe Pik Gewinnchancen aus und sagt ein Pikspiel an. Wie die Überlegungen des Alleinspielers aufgehen, können Sie aus dem nachstehenden Spielverlauf ersehen.

Spielverlauf

Erster Stich: A ist Vorhand und spielt eine Karte seiner längsten Farbe aus, um B zum Stechen zu zwingen. A spielt in diesem Falle Kreuz-Acht, B sticht mit Trumpf-Zehn, da er keine ungünstigen Karten zum Abwerfen hat, C bedient Kreuz-Sieben.
Zweiter Stich: B muß Trumpf fordern, um den Gegenspielern die Möglichkeit zu nehmen, seine hohen Farbkarten zu stechen. Er spielt Trumpf-Neun, C übernimmt mit Trumpf-As und A mit Karo-Bube.
Dritter Stich: Nun ist B wieder in Mittelhand gebracht worden und hat nur noch drei Trümpfe. A spielt Kreuz-Neun, B sticht mit Trumpf-König, und C muß Kreuz-Zehn zugeben.
Vierter Stich: B ist wieder Vorhand und zieht weiter Trumpf, er spielt Trumpf-Acht. C übernimmt mit Herz-Bube und A mit Kreuz-Bube.
Fünfter Stich: A spielt Kreuz-König, B muß mit Pik-Dame stechen, C bedient Kreuz-As. B hat nun keinen Trumpf mehr, während bei der Gegenpartei (bei C) noch zwei Trümpfe vorhanden sind.
Sechster Stich: B spielt Herz-As, C bedient Herz-Sieben und A Herz-Dame.
Siebenter Stich: B spielt Herz-Zehn, C muß Herz-Acht bedienen, und A wirft Karo-Sieben ab, da er keinen Trumpf mehr hat.
Achter Stich: B spielt jetzt Karo-Zehn, C sticht mit Trumpf-Sieben, A bedient Karo-Acht.
Neunter Stich: C spielt Herz-König, A Karo-Neun und B Karo-Dame.
Zehnter Stich: C spielt Pik-Bube, A gibt Kreuz-Dame zu, B legt Karo-König auf den Tisch.

Die Gegenpartei hat diesmal fünf Stiche bekommen, aber nur 43 Augen erreicht. B hat mit 77 Augen sein Spiel gewonnen. Man sieht, daß auch bei ungünstiger Trumpfverteilung ein Spiel mit wenigen Trümpfen gewonnen werden kann, wenn die Beikarte gut ist. Das Spiel zählt für B ohne Fünfen, Spiel 6 x 11 = 66.