Kartenverteilung

Skat sollte möglichst in einer Viererrunde gespielt werden, und nur dann, wenn der vierte Mann nicht aufzutreiben ist, zu dritt. Auch bei Skatturnieren wird zu viert gespielt. Der Kartengeber "sitzt" dann immer, das heißt, er nimmt am jeweiligen Spiel nicht unmittelbar teil, und die Frage "Wer gibt?", wie sie beim Skat zu dritt oft gestellt wird, entfällt. Zur Sitzordnung ist folgendes zu sagen: Es hat sich als empfehlenswert erwiesen, die Sitzordnung auszulosen. Jeder Mitspieler zieht beispielsweise aus dem verdeckt aufgelegten Kartenspiel eine Karte. Wer die Karte mit dem höchsten Zählwert gezogen hat, wählt seinen Platz am Spieltisch aus; ihm folgen die anderen Mitspieler, ebenfalls nach dem Rang ihrer gezogenen Karten, wobei bei gleichem Zählwert die Rangfolge der Farben entscheidet. Diese Rangfolge kennen Sie bereits und können selbst sagen, wer zuerst seinen Platz aussuchen kann, wenn die Kreuz-Dame und die Herz-Dame von zwei Mitspielern gezogen wurden. Diese Art des Auslesens der Sitzordnung ist jedoch von untergeordneter Bedeutung. Es wird von den Skatspielern in der Praxis unterschiedlich gehandhabt und ist auch nicht von der Skatordnung zwingend vorgeschrieben.

Der Mitspieler, der zuerst seinen Platz bestimmen konnte, ist auch der erste Kartengeber. Sollten Sie das sein, dann müssen Sie die Karten mischen und an die Mitspieler verteilen, also geben, wie es allgemein beim Skatspielen heißt.

Wie geht das vor sich? Vor jedem Spiel werden die Karten erst einmal gründlich gemischt. Dabei gibt es verschiedene Methoden, die jeder seiner Geschicklichkeit entsprechend anwendet.

Wichtig ist, daß die Karten verdeckt gemischt werden, das heißt, daß kein Mitspieler die Bildseiten der Karten während des Mischens sehen kann. Diese Vorschrift gilt natürlich auch für das nun folgende Abheben. Hat der Kartengeber ordentlich gemischt, dann legt er den Kartenstoß verdeckt seinem rechten Nachbarn vor, der einen Teil der Karten abhebt und diesen neben die Restkarten legt, worauf der Kartengeber den liegengebliebenen Stoß auf die abgehobenen Karten legt. Damit sind die Karten aus ihrer beim Mischen erhaltenen Lage gebracht, und dem Kartengeber ist es nicht möglich, etwa bestimmte Karten unter oder auf das Spiel zu mischen. Mehrmaliges Abheben, indem mehrere kleine Kartenpäckchen gemacht und diese wieder in umgekehrter Reihenfolge zusammengefügt werden, verbietet die Skatordnung. Es müssen stets mindestens vier Karten abgehoben werden oder liegenbleiben. Nach der Skatordnung muß abgehoben werden. Das weitverbreitete Klopfen auf den zum Abheben vorgelegten Kartenstoß als Zeichen dafür, daß nicht abgehoben werden soll, ist nicht gestattet.

Nachdem das Kartenspiel gemischt und abgehoben wurde, werden die Karten an die drei Spieler gegeben. Für die Kartenverteilung gibt es eine eindeutige Regelung. Sind vier Spieler am Spiel beteiligt, so erhält der links neben dem Kartengeber Sitzende die ersten drei Karten, beginnend mit der obersten verdeckten Karte. Die nächsten drei Karten bekommt der dem Kartengeber gegenüber Sitzende, weitere drei Karten der rechts neben ihm Sitzende. Dann werden zwei Karten verdeckt auf den Tisch gelegt. Diese zwei Karten, den Skat, kann später der Alleinspieler aufnehmen. In der eben beschriebenen Reihenfolge werden an jeden Spieler nach der Skatlegung nochmals vier und im letzten Gang drei Karten ausgegeben. Jeder der drei Mitspieler hat jetzt zehn Karten in der Hand, und auf dem Tisch liegen verdeckt zwei Karten als Skat.

Bei drei Spielern erhält der Geber immer die letzten Karten. Bei fünf Teilnehmern wird so gegeben, daß stets die beiden linken Nachbarn des Kartengebers und sein rechter Mitspieler Karten erhalten. Wie beim Mischen und Abheben ist auch beim Geben darauf zu achten, daß keiner das Kartenbild seines Mitspielers sehen kann.

Nach dem Geben, noch vor dem ersten Ausspielen, muß jeder Spieler die Anzahl seiner Karten überprüfen. Es könnte ja sein, daß ein Spieler nur neun, ein anderer dafür elf Karten bekommen hat. In diesem Fall muß derselbe Kartengeber noch einmal verteilen. Wird erst am Ende des Spiels bemerkt, daß die Kartenverteilung nicht stimmte, so ist das Spiel ungültig, und der gleiche Kartengeber gibt noch einmal.

Den Spieler, der die ersten Karten erhalten hat, bezeichnen wir als Vorhand, den nächsten als Mittelhand und den letzten als Hinterhand. Wird nur zu dritt gespielt, ist der Kartengeber in jedem Fall in Hinterhand. Wir wählen für diese Bezeichnungen im folgenden auch die Abkürzungen V, M und H. Die Reihenfolge des Kartengebens verläuft im Uhrzeigersinn; es gibt also immer derjenige Karten, der im letzten Spiel in Vorhand saß. Der Spieler in Vorhand muß als erster ausspielen. Wird beim Kartengeben durch Schuld oder Mitschuld des Kartengebers die Bildseite einer Karte sichtbar, so muß der Kartengeber noch einmal mischen und nach nochmaligem Abheben erneut geben. Selbstverständlich sollte jeder Spieler seine Karten so in der Hand halten, daß die anderen nicht hineinsehen können. Der faire Skatspieler wird gar nicht erst den Versuch machen, die Karten seines Nachbarn zu erkennen. Ebenso ist es Skatgesetz, jede Äußerung oder Bemerkung zu unterlassen, die die Verteilung der Karten verraten könnte. Das Einsehen in den Skat ist nur dem Alleinspieler gestattet; die vielverbreitete Unsitte, daß der Kartengeber als vierter Mann, der ja nicht am jeweiligen Spiel beteiligt ist, den Skat ansieht, sollte der Vergangenheit angehören.

Wir wiederholen noch einmal in aller Kürze: Nach dem Mischen muß abgehoben werden, und zwar mindestens vier, aber höchstens achtundzwanzig Karten. Gegeben werden jedem Spieler zehn Karten in der Reihenfolge: drei Karten, zwei in den Skat, dann vier und zuletzt drei Karten.