Handspiele

Bei allen drei Spielarten (Farbspielen, Grands und Nullspielen) gibt es neben den Spielen mit Skataufnahme, wie Sie sie bisher kennengelernt haben, noch die Spiele ohne Einsicht in den Skat, die sogenannten Handspiele, und die offenen Spiele.

Bei den Handspielen bleibt der Skat bis zum Schluß des Spiels unbesehen auf dem Tisch liegen, und erst dann darf ihn der Alleinspieler an sich nehmen und die im Skat enthaltenen Augen seinen bisher erreichten zuzählen. Der Alleinspieler bestimmt nur nach seinen zehn Handkarten die Art des Spiels. Er kann aus verschiedenen Gründen bewußt auf den Vorteil der Skataufnahme und des Drückens verzichten. Dieser Verzicht zieht die Erhöhung des Spielwerts in der Form nach sich, daß zu den Spitzen und den Gewinnstufen noch eine weitere Gewinnstufe für das Spiel aus der Hand hinzugezählt wird. Bei Handspielen können Sie also reizen: Mit (ohne) Einem(n) + l für Spiel einfach + l für Spiel aus der Hand = 3 * Grundwert = Spielwert oder mit (ohne) Dreien, Spiel 4, Hand 5 * Grundwert = Spielwert.

Für den Entschluß, ein Spiel aus der Hand zu wagen, gibt es drei Gründe, die wir im folgenden näher erläutern wollen.

  1. Die erwähnte Erhöhung des Spielwerts mit der sich daraus ergebenden Möglichkeit, höher reizen zu können.
  2. Wenn die zehn Handkarten so gut sind, daß Ihnen der Gewinn des Spiels auch ohne Skataufnahme sicher erscheint.
  3. Bei verlorenen Handspielen werden dem Alleinspieler Minuspunkte nur in Höhe des Spielwerts angeschrieben und nicht doppelt, wie bei Spielen mit Skataufnahme.

Im Gegensatz zu den Spielen mit Skataufnahme, bei denen Sie die Absicht, Ihre Gegenspieler Schneider oder gar Schwarz zu spielen, nicht ansagen dürfen, haben Sie bei den Handspielen die Möglichkeit, durch das Ansagen von Schneider oder Schwarz die Gewinnstufe nochmals zu erhöhen. Bei den Handspielen gibt es folgende Gewinnstufen:

  1. Gewinnstufe: Spiel einfach
  2. Gewinnstufe: Hand
  3. Gewinnstufe: Schneider
  4. Gewinnstufe: Schneider angesagt
  5. Gewinnstufe: Schwarz
  6. Gewinnstufe: Schwarz angesagt

Als siebente und letzte Gewinnstufe bei den Farbhandspielen kommt die Möglichkeit der offenen Spiele hinzu. Das sind Spiele, bei denen der Alleinspieler nach der Spielansage, noch vor dem ersten Ausspielen, seine Karten offen auf den Tisch legen muß. Dieses offene Spiel ist die höchste Gewinnstufe bei Farbhandspielen, die alle vorhergehenden einschließt. Der Alleinspieler darf dabei keinen Stich abgeben, er muß seine Gegenspieler Schwarz machen. Offene Farbhandspiele werden äußerst selten gespielt, da man mit diesem Blatt meist einen Grand Hand spielen kann, der einen höheren Spielwert hat.

Bei den Nullspielen haben wir zwei Möglichkeiten, offen zu spielen, und zwar mit Skataufnahme und ohne Einsicht in den Skat, wobei Null ouvert (mit Skataufnahme) einen Spielwert von 46, Null ouvert Hand (ohne Skataufnahme) einen Spielwert von 59 hat.

Die Spielwerte für alle Spielarten und Gewinnstufen können Sie aus der Berechnungstabelle ersehen.